Unterwegs auf dem Elberadweg
Von Schöna nach Dresden
Von Schöna nach Dresden
Eine Radtour im Oktober 2018 - von Schöna nach Dresden

deutsch-tschechischen Grenze



es einen Fahrstuhl hinauf zur Ostrauer Scheibe.
Der Wanderexpress ab Leipzig war gut gefüllt. Ab Riesa lag die Auslastung dann schon ein Stück über 100 % und ab Dresden Hbf wurde es dann richtig voll. Schöna an der deutsch-tschechischen Grenze war Endstation. Bis hierher fährt übrigens auch die Dresdener S-Bahn-Linie 1.
Ein paar Stufen hinunter und unter der Bahnstrecke hindurch erreicht man den Elberadweg oder auch die Fähre ins tschechische Hrensko. Auf asphaltiertem Weg geht es nun auf der linken Elbseite in Richtung Bad Schandau. Auch am anderen Elbufer kann man entlangradeln.
Immer wieder begeistert die farbenfrohe Färbung der Laubbäume unterhalb der zwischen Schmilka und Bad Schandau gelegenen Schrammsteine. Die langgestreckte, stark zerklüftete Felsgruppe ist ein vielbesuchtes Touristenziel im sächsischen Elbsandsteingebirge. Vor allem die Schrammsteinaussichten und der Gratweg erfreuen sich großer Beliebtheit. Wanderer und Kletterer finden hier ein weites Betätigungsfeld.
Bald sind die ersten Häuser von Krippen erreicht. Hier gibt es eine kleine Fähre zum anderen Elbufer nach Postelwitz, einem Ortsteil von Bad Schandau. Auch vom linken Elbufer bietet sich ein wunderschöner Ausblick auf die am anderen Elbufer gelegene Häuserzeile. Fachwerkhäuser, zum Teil aus dem 17. Jahrhundert, eines schöner als das Andere, prägen die Ansicht. Und wenn dann noch ein roter Oldtimerbus vorüber fährt - dann ist die Szenerie perfekt.
Die alte Fischersiedlung erlangte als Warenumschlagplatz und durch die Erschließung der Sandsteinbrüche größere wirtschaftliche Bedeutung. Die Tradition der Elbeschiffer wird noch heute durch einen Verein bewahrt.




ganz rechts: die Toskana Therme


Ab Bad Schandau kann man Wege entlang beider Elbufer nutzen. Ich hatte mich für einen Wechsel der Flußseite entschieden. Über die neue Brücke geht es nun rechtselbisch weiter. Vorbei am Elbhafen von Bad Schandau geht es nach Prossen. Hier zweigt eine schmale asphaltierte Straße nach Halbestadt, dem rechtselbisch unterhalb des Liliensteines gelegenen Ortsteil von Königstein, ab. Einige kleinere Steigungen sind hier zu bewältigen. Angekommen im Ortsteil Halbestadt nimmt man die Elbfähre hinüber nach Königstein. Auf der rechten Elbseite gibt es keinen bis Rathen durchgehenden Radweg.
Hoch über dem Städtchen Königstein thront die gleichnamige Festung. Ein Abstecher hinauf bietet auf alle Fälle einen grandiosen Ausblick auf das Elbtal, den Ort Königstein, den sich direkt gegenüber erhebenden Lilienstein und auf weitere markante Tafelberge des Elbsandsteingebirges.



Der weitere Weg führt auf der linken Elbseite entlang der Bahnstrecke nach Rathen. Ab und zu gibt eine Unterführung der vielbefahrenen Bahnstrecke den Blick zur Elbe frei. Ein passender Rastplatz sollte hier zu finden sein. Einzig die in kurzen Abständen vorbei-rasselnden Güterzüge stören die Idylle. Hier lässt sich erahnen, welchen Lärmbelastungen die Bewohner des Elbtales ausgesetzt sind. Der Kurort Rathen ist der Touristenmagnet im Elbsandsteingebirge. Besonders an den Wochenende wird es voll bis überlaufen. Dann locken die wahrhaft idyllische Lage im Elbsandsteingebirge, die umliegenden Wanderwege, die Felsenbühne Rathen und der Amselsee massenweise Ausflügler hierher. Das am Fuße des Basteimassivs gelegene Rathen lässt sich per Auto oder Bus gut von Pirna aus erreichen. Ein großer Parkplatz auf der linken Elbseite ist vorhanden. Umweltfreundlicher gestaltet sich die Anreise per Bahn. Regionalbahnen und die S-Bahn-Linie 1 halten hier.
Für Fans von Miniatureisenbahnen bietet die Gartenbahnanlage 'Eisenbahnwelten' nahe des Haltepunktes Kurort Rathen ein lohnendes Ziel.
Wen die bisweilen recht lange Schlange an der Kasse für die Elbfähre nicht abschreckt, kann hier die Elbseite wechseln. Das für die Anreise gern genutzte Sachsenticket wird hier nicht akzeptiert, jedoch an den Elbfähren anderenorts.
Über den Bahnübergang am Haltepunkt Kurort Rathen wechselt der Elberadweg auf die linke Seite der Bahnstrecke. Am Elbhang geht es durch ein Waldstück weiter in Richtung Stadt Wehlen. Das wohl meistbesuchte Objekt der Sächsischen Schweiz ist jedoch der steile Fels 'Bastei' zwischen den Orten Kurort Rathen und Stadt Wehlen, auf dessen Gipfel sich in 305 Meter Höhe eine Aussichtsplattform befindet und Überreste der einstigen Felsenburg Neurathen. Die sandsteinerne 76,5 m lange Basteibrücke überwindet heute die 40 m tiefe Schlucht namens 'Mardertelle' mit ihren insgesamt sieben Brückenbögen.



Über Stadt Wehlen und Obervogelgesang führt der Elberadweg nun nach Pirna. Immer an der Elbe entlang geht es nun weiter in Richtung Heidenau. Kurz vor Heidenau kam der historische Raddampfer 'Pirna' die Elbe hinauf geschnauft. Mit diesem hatten wir im Juni 2018 eine erlebnisreiche Dampferfahrt von Bad Schandau nach Dresden unternommen. Schnell noch ein paar Fotos geschossen und weiter ging es auf dem linkselbischen Radweg nach Heidenau.
Nachdem Heidenau durchquert war, ging es zügig in Richtung Elbinsel und Schloss Pillnitz weiter. Am Kleinzschachwitzer Ufer bot sich ein passender Rastplatz am Elbufer genau gegenüber vom Schloss Pillnitz an.
Mittlerweile kam der nächste Raddampfer, die 'Leipzig', die Elbe hinauf angeschnauft. Das historische Dampfschiff vor dem Schloss Pillnitz war ein lohnendes Fotomotiv.



Vorbei an der markanten Hosterwitzer Kirche wird bald Dresden-Laubegast erreicht. Diverse Villengrundstücke säumen hier das linke Elbufer. Auf dem gegenüber liegenden Elbhang erhebt sich der Dresdener Fernsehturm. In jüngster Zeit gibt es wieder Hoffnung, dass der Turm wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
Mittlerweile hatte die 'Leipzig' oberhalb der Elbinsel gewendet und war flussabwärts unterwegs. So konnte die Jagd nach weiteren Fotomotiven inclusive historischem Raddampfer beginnen.



Hinter der nächsten Flußbiegung kam Loschwitz und damit auch ein Wahrzeichen der Stadt Dresden - das 'Blaue Wunder' in Sicht.
Die Loschwitzer Brücke (auch König-Albert-Brücke) wurde von 1891 bis 1893 als fünfte Dresdner Elbbrücke errichtet. Sie verbindet Blasewitz am linken mit Loschwitz am rechten Elbufer. Die Brückenteile aus Schmiedeeisen wurden in der Königin-Marien-Hütte in Cainsdorf bei Zwickau gefertigt,
Bis 1985 fuhren Straßenbahnen über die Brücke - die Linien 15 nach Loschwitz und die Linie 4 nach Pillnitz. Wegen Problemen mit der Tragfähigkeit mussten weitere Verkehrseinschränkungen erfolgen.



Mit den drei Elbschlössern Schloss Eckberg, dem Lingnerschloss und dem Schloss Albrechtsberg waren die nächsten Fotomotive nicht weit. Ein kurzer Zwischensprint mit dem Fahrrad und die 'Leipzig' war überholt.



Mittlerweile hatte das herrliche Herbstwetter zahlreiche Dresdener und ihre Gäste auf die Elbwiesen und die Radwege am Elbufer gelockt. Nun war Vorsicht geboten. So manch Unachtsamer musste umkurvt werden.
Vom Terrassenufer, welches die 'Leipzig' mittlerweile auch erreicht hatte ging es durch die proppenvolle Altstadt zum Dresdener Hauptbahnhof. Per Regionalexpress trat ich den Heimweg an. Die je nach Streckenwahl etwa 68 Kilometer schafft der trainierte Radfahrer sicherlich in 3 Stunden, mit Fotostopps und etwas Sightseeing benötigte ich etwa 6 Stunden und wenn man unterwegs alles Sehenswertes einem näheren Kennenlernen unterziehen wöllte, wären mehrere Tage für die Tour eine gute Variante.
